Beispiele für erfolglose Appelle

Ehefrau zum Ehemann:
„Zieh dir doch eine andere Krawatte an. Die sieht ja fürchterlich aus, passt überhaupt nicht zum Hemd. Du hast vielleicht einen Geschmack!“ 
Die umstrittene Beziehungsbotschaft hier könnte etwa lauten: "Du bist unfähig, dich richtig anzuziehen. Immer muss ich dir sagen, was besser passt." Dagegen wird sich der Mann wehren. 
Gutgemeinter Rat für eine Freundin, deren Freund sie verlassen hat:„Mach dir doch nicht so viele Gedanken! Das ist nicht gut für dich. Vergiss doch einfach diesen Mann.   Ratschlag: Gedanken lassen sich nicht ausreden. Vergessen lässt sich nicht absichtlich herbeiführen. Die Freundin wird widersprechen. 
Maria hat sich vorgenommen, am Nachmittag ihr Zimmer aufzuräumen, weil sie wenig Hausaufgaben machen muss. Nach dem Mittagessen sagt die Mutter zu Ihr:
„Wenn du schon nicht so viele Hausaufgaben hast, kannst du ja heute dein Zimmer aufräumen.“  
Urhebererlebnis: Maria hatte selber die Idee, ihr Zimmer aufzuräumen. Vielleicht wollte sie auch ihre Mutter damit überraschen. Die Aufforderung durch die Mutter weckt jetzt eher ihren Widerspruch. 
Ehefrau zum Ehemann:
„Zeig mir doch ab und zu, dass du mich noch liebst. Der Peter bringt seiner Frau einfach mal Blumen mit, ohne bestimmten Anlass. Warum machst du das nicht?!“ 
Sei-spontan-Paradox: Der Ehemann kann seiner Frau gar nicht mehr spontan Blumen mitbringen, weil sie ihn ja dazu aufgefordert hat. Das wäre ja nicht mehr spontan. Außerdem liegt in der Nachricht auch die wohl kränkende Beziehungsbotschaft: Peter ist ein besserer Ehemann als du. 
Mutter zum Sohn, der sich ein schnelles Auto kaufen will:
„Kauf dir doch dieses Auto. Es ist preiswert und tut´s für die Fahrten zur Arbeit. Die 75 PS reichen dafür doch aus.“  
Der Vorschlag der Mutter widerspricht völlig den Überzeugungen des Sohnes, wie sein Auto aussehen sollte.  

 

Diese Seite drucken

Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl