Reaktion auf verdeckte Appelle

Um den geheimen Appellcharakter mancher Nachrichten und Handlungen zu entdecken, ist es notwendig, die Blickrichtung zu wechseln. Wir fragen nicht, welche Ursachen (in der Vergangenheit) hat das Verhalten, sondern was löst es im Empfänger aus, welche Reaktionen ruft es hervor und welchem Zweck dient es somit.

Wie wir gesehen haben, trägt der Empfänger durch appellgemäße Reaktionen zur Aufrechterhaltung des unerwünschten Verhaltes des Senders bei. Oft ist es sehr schmerzlich für Eltern, Ehepartner, Kollegen, Chefs oder Lehrer einzusehen, dass sie durch ihr eigenes Verhalten die Symptome oder Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder, Partner, Mitarbeiter oder Schutzbefohlenen noch verstärken, was überhaupt nicht in ihrer Absicht liegt.
Besser wäre es, das Spiel nicht mitzuspielen, d.h. appellwidrig zu reagieren. Das ist oft nicht ganz einfach, da die geheimen Appelle unwillkürliche emotionale Reaktionen auslösen.

 

  • Im ersten Schritt sollte der Empfänger in sich hineinhören und sich darüber klar werden, welche Gefühle und Handlungsbereitschaften der Sender bei ihm auslöst.
  • Im zweiten Schritt sollte sich der Empfänger fragen, was er selbst für ein heimliches Interesse daran haben könnte, das Spiel des Senders mitzuspielen.
  • Der dritte Schritt besteht in der Überlegung, welche alternative Reaktion sinnvoll sein kann, um das Spiel zu unterbrechen. Appellwidriges Verhalten ist aber nur dann heilsam, wenn es in einer wohlwollenden und wertschätzenden Art und Weise stattfindet. Eine Möglichkeit besteht darin, den herausgehörten Appell anzusprechen („ich höre heraus, du möchtest…“)

 

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