Verständlichkeit

Sachliche Informationen sollten zum Ziel haben, den Empfänger sachlich zu informieren, d.h. der Empfänger sollte die Information auch verstehen können. Viele Texte, Vorträge, politische und wissenschaftliche Kommentare und Berichte erfüllen diesen Anspruch nicht. „Amtsdeutsch“ und „Fach-Chinesisch“ sind oft für den Laien so schwer verständlich, dass man sich fragen muss, welchen Zweck sie eigentlich erfüllen. Liegt die Schwerverständlichkeit in der Natur der Sache begründet, in der unterentwickelten Kommunikationsfähigkeit des Autors oder ist sie einfach nur Imponiergehabe des Experten, um sich von den „Ungebildeten“ abzuheben und beim Empfänger Ehrfurcht und Minderwertigkeitsgefühle hervorzurufen. Wahrscheinlich trifft alles ein bisschen zu.

 

Kriterien für Verständlichkeit

  • Einfachheit statt Kompliziertheit: Einfachheit ist der wichtigste Verständlichmacher. Sie zeichnet sich aus durch: kurze Sätze, allgemeinverständliche Wörter, Erklärung von Fachwörtern, Anschaulichkeit.
  • Gliederung und Ordnung statt Unübersichtlichkeit: Dieser Verständlichmacher bezieht sich auf den Aufbau des Gesamttextes und ist umso wichtiger, je länger ein Text oder eine Information ist.
  • Kürze und Prägnanz statt Weitschweifigkeit: Hierbei liegt das Optimale eher in der Mitte zwischen Telegrammstil und umständlichem und weit ausholendem Erzählstil. Dabei kommt es natürlich auch auf die Art des Sachinhaltes an. Eine Gebrauchsanleitung sollte kürzer und prägnanter sein als beispielsweise ein Bericht über die letzte Urlaubsreise.
  • Zusätzliche Stimulanz: Dieser Verständlichmacher umfasst alle angewandten Stilmittel, die dazu dienen, den Empfänger nicht nur intellektuell, sondern auch gefühlsmäßig anzusprechen. Damit ist alles gemeint, was einen Text oder Vortrag lebendig und unterhaltsam macht. Denn über die reine Informationsvermittlung hinaus soll Lernen schließlich auch Spaß machen.

 

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