Selbstdarstellung

Imponiertechniken

Imponiertechniken sind solche, die darauf abzielen, die eigene „Schokoladenseite“ vorzuzeigen und beim Empfänger Pluspunkte zu sammeln. Sich aufspielen, sich produzieren, angeben, selbstbeweihräuchern oder Eindruck schinden sind Ausdrücke für solche Techniken. Allerdings gilt es auch als plump, seine Vorzüge offen herauszustellen, und so kann es oft wirkungsvoller sein, seine Vorzüge unauffällig in den Sachinhalt hineinzuweben.

Beispiele:

 

  • Manche Menschen drücken sich sehr "geschraubt" aus, um besonders vornehm zu wirken ("speisen" statt "essen", "verweilen" statt "sein")
  • Manche Menschen drücken sich sehr kompliziert und schwerverständlich aus (viele Fremd- und Fachwörter), um besonders gescheit zu wirken.
  • Manche Menschen streuen in das Gespräch scheinbar beiläufige Mitteilungen ein. ("Wir hatten damals in Bangkok die gleichen Schwierigkeiten.")
  • Manche Menschen lenken das Gespräch immer wieder auf Themen, zu denen sie selber viel Gescheites erzählen können.
  • Manche Menschen erzählen vorwiegend über Vorfälle aus dem eigenen Leben, aus denen hervorgeht, wie toll sie sind.

 

Zugegeben, jeder von uns verwendet solche Techniken. Jeder will sich ja in einem besonders positiven Licht darstellen. Problematisch wird es dann, wenn solches Imponiergehabe dauerhaft die Offenheit und Echtheit in Beziehungen beeinträchtigt.

 

Fassadentechniken

Die Fassade dient zum Verbergen alles dessen, was der Sender an sich selbst unansehnlich findet, was sein Selbstwertgefühl bedroht (Schwächen, schlechte Gefühle, Probleme). Mit Fassadentechniken verbergen Menschen ihren inneren Zustand. Aber meist sind es nicht nur Techniken. Vielfach sind die Gefühle tatsächlich auch nicht mehr in der Innenwelt spürbar. Wenn in der Kindheit bestimmte Gefühle nicht ausgedrückt werden dürfen, werden diese Gefühle als gefährlich erlebt, abgespalten und fest „verkorkt“. Mit der reduzierten Emotionalität lässt es sich zwar leben, aber nicht sehr lebendig sein.

Die Fassade zeigt sich in der Art, sachlich und unpersönlich, abgehoben und abstrakt zu sprechen, in eingeschränkter Mimik und Gestik, in einer sterilen Art, sich zu geben.

Sprachliche Merkmale:
„Man-Sätze“ z.B. „Man wird wütend, wenn man so lange warten muss.“ Anstatt „Ich bin wütend….“
„Wir“ z.B. „Wir wollen jetzt ins Bett gehen.“ Anstatt „Ich möchte ins Bett gehen und möchte, dass ihr auch geht.“
Fragen z.B. „Warum hast du dir das Kleid gekauft?“ anstatt „Mir gefällt dein Kleid nicht.“
„Es“ z.B. Es war langweilig.“ anstatt „Onkel Herbert hat mich mit seinen Reiseberichten gelangweilt.“
„Du-Botschaften“ z.B. „Musst du immer dazwischenreden?“ anstatt „Ich bin sauer, wenn ich unterbrochen werde.“

 

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Copyright 2011 Dipl.-Psych. Ingeborg Prändl